Die Anfänge der Lobetalarbeit ...

2636

... liegen im mecklenburgischen Lübtheen. 1928 hatte sich dort um die Diakonisse Erna Biedermann eine Schwesternschaft gebildet, die sich um geistig behinderte, aber auch sozial vernachlässigte Kinder sowie betagte Menschen kümmerte. Die Einrichtung – die sich in Anlehnung an eine alttestamentliche Geschichte (2. Chronik 20, 26) Lobetal nannte – betreute bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bereits 150 Heimbewohner/-innen. Wie andere diakonische Wirkungsstätten geriet auch Lobetal ins Visier des verbrecherischen Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten. „Für die Diakonissen war es wie ein schreckliches Erdbeben als in den Tagen vor Ostern 1941 eine Kommission der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) und der evangelischen Landeskirche in Lobetal erschien und die Schließung der Heime anordnete. Das geschah auf Befehl des rabiaten mecklenburgischen Gauleiters Friedrich Hildebrandt (1898 – 1948). Innerhalb kurzer Frist mussten die Schwestern und die von ihnen betreuten Menschen das Gelände räumen. Die Menschen mit Behinderung wurden der heimtückischen und brutalen Euthanasie-Kampagne der Nazis unterworfen: Sie wurden in die psychiatrische Klinik auf dem Sachsenberg in Schwerin überführt und mit Giftspritzen umgebracht oder man ließ sie verhungern.“ (Joachim Piper)

Ein Teil der Schwesternschaft ging mit einigen betagten Heimbewohnern nach Hetendorf bei Hermannsburg in der Lüneburger Heide. Hetendorf wurde zur neuen Heimat. Auch die Familie von Pastor Hermann Reske fand hier Zuflucht. Bald übernahm Pastor Reske, der nach dem Krieg auch als Flüchtlingspfarrer für den Landkreis Celle wirkte, die Verantwortung für Lobetal.

Am 4. Mai 1947 wurde in Hetendorf der Verein Lobetalarbeit als eigenständige Einrichtung gegründet, der Pastor Reske 30 Jahre lang vorstand. Die Gründungsurkunde unterschrieben damals 20 Personen, darunter fünf Lübtheener Schwestern. Auch die Arbeit in Lübtheen konnte durch Schwester Erna Biedermann fortgesetzt werden. Mit dem Kauf einer ehemaligen Lungenheilklinik in Stübeckshorn bei Soltau konnte die Hetendorfer Einrichtung 1954 erheblich erweitert werden. Das erste Haus auf dem heutigen Celler Hauptgelände wurde 1956 bezogen. 1969 gab man die Hetendorfer Häuser auf und verlegte den Mittelpunkt der Lobetalarbeit nach Celle. 1977 übernahm Pastor Dr. Hansjörg Bräumer die Leitung. In den folgenden Jahren wurde Lobetal – etwa durch den Ankauf von Wohnhäusern sowie den Bau des Wilhelm-Buchholz-Stiftes – erweitert und die Raumsituation vieler Wohngruppen aufgelockert und modernisiert. Immer wieder nahm Dr. Bräumer engagiert zu sozialen und vor allem auch theologischen Fragen öffentlich Stellung. Durch seine nationale und internationale Vortrags- und Predigttätigkeit machte er die Lobetalarbeit weit über die Grenzen Niedersachsens hinaus bekannt.

Seit Oktober 2004 wird die Lobetalarbeit von Pastor Carsten Bräumer geführt.

Das könnte Sie auch interessieren

2636

Ansprechpartner

Markus Weyel
Fuhrberger Straße 219
29225 Celle

Telefon: 05141 401-205

m.weyel@lobetalarbeit.de

Based on mch: web.mag