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Der Spielkreis in Stübeckshorn

Spielkreis in Stübeckshorn
Spielkreis in Stübeckshorn

„Ich freue mich jeden Morgen, wenn ich hierhin zur Arbeit komme“ ist Ulrike Telker begeistert. Mit „hierhin“ ist der Spielkreis in Stübeckshorn bei Soltau gemeint, den die 52jährige leitet. Dabei entspringt ihre Begeisterung wahrlich nicht kurzfristigen Erfahrungen, denn sie ist hier schon seit über 20 Jahren tätig. Auf den Spielkreis aufmerksam wurde sie durch ihre eigenen Kinder. Ihre älteste Tochter Maike besuchte den Kreis schon vor 28 Jahren.

Der Spielkreis in Stübeckshorn ist integriert in die Häuser der Lobetalarbeit in Stübeckshorn und liegt idyllisch am Waldrand. Der Spielkreis bietet 20 Kindern Platz und ist täglich von 8.00 bis 12.00 Uhr geöffnet. Für ganz Frühe gibt es auch Sonderöffnungszeiten von 7.30 bis 8.00 Uhr. Wie die ganze Lobetalarbeit ist auch der Spielkreis in Stübeckshorn bewusst christlich orientiert. Das Frühstück beginnt mit einem Gebet und einmal in der Woche steht eine biblische Geschichte als Tagesthema im Mittelpunkt, jeweils am Mittwoch. Auch sonst ist die Woche klar strukturiert. Am Montag werden die Kinder, die bald in die Schule kommen auf diese zum Beispiel durch motorische Übungen und Sprachschulung vorbereitet. Am Dienstag wird gemeinsam gekocht und gebacken und am Donnerstag ist Spiel und Spaß in der Lobetaler Turnhalle oder dem Hallenbad angesagt. Zum Abschluss der Woche bringen die Kinder zum Spielzeugtag am Freitag ihr persönliches Spielzeug mit.

Während des ganzen Jahres darf der Spielkreis den Wald nutzen, der sich direkt an das Lobetal-Gelände anschließt. Der Wald gehört der Familie Billung-Meyer, auch sie hatten früher Kinder im Spielkreis. „Das Angebot nutzen wir häufig und sind sehr glücklich darüber“ erzählt Ulrike Telker. Der Wald als Lern- und Erlebniswelt ist ihr wichtig. Führungen gemeinsam mit dem Förster gehören regelmäßig dazu. Auch wenn die Kinder eher im dörflichen Umfeld aufwachsen, kann es kaum „zuviel“ Natur geben. Einmal im Jahr wird dieses Erleben noch verstärkt, denn dann ist „Wald- und Wiesenzeit“. Zwei Wochen lang sind die Kinder von morgens bis mittags draußen. In der ersten Woche steht der Wald im Mittelpunkt, in der zweiten Woche wird eine Wiese mit Bachlauf intensiv erkundet. Übrigens auch ein Angebot ehemaliger Spielkreiseltern.

In das tägliche Angebot des Spielkreises werden Einrichtungen, die die Lobetalarbeit bietet mit einbezogen. Auf dem Gelände befinden sich neben der Sport- und Schwimmhalle auch mehrere große Wiesen, ein Fischteich, ein Außentrampolin und Klangspiele, eine rustikale Grillhütte und nicht zuletzt ein Blockhaus, in dem die Kinder einmal im Jahr übernachten. Außerdem wird die große Lobetaler Landwirtschaft mit ihren Schweinen und Rindern und die Gärtnerei besucht.

Aufgrund der Einbindung des Spielkreises in die Wohn-, Freizeit- und Arbeitswelt von Menschen mit einer geistigen Behinderung ergeben sich natürlich vielfältige Kontakte, sei das bei Spaziergängen, gemeinsamen Andachten und Gottesdiensten oder gegenseitigen Besuchen. „Der Kontakt mit den Betreuten ist uns wichtig“ betont Ulrike Telker und findet dabei die Zustimmung ihrer Kolleginnen Marianne Voss und Jutta Micheel, die beide ebenfalls schon weit über zwanzig Jahr hier tätig sind. Menschen mit Behinderung sind den Kindern dadurch nicht fremd und der Umgang wird selbstverständlich. Manche Eltern haben zunächst gewisse Ängste und Vorbehalte, andere sehen die Begegnung eher als eine wichtige Lebenserfahrung an und eine Mutter ist sogar so begeistert, dass sie ehrenamtlich bei der Betreuung von Menschen mit einer geistigen Behinderung mithelfen möchte.

Ein Kuriosum sei für Ortskundige noch erwähnt. Das Einzugsgebiet des Spielkreises umfasst das Stadtgebiet Soltau, sowie die Dörfer Harber, Stübeckshorn, Emmingen, Dittmern, Hambostel, Königskrug, Tiegen und Hötzingen. Kinder aus dem nur rund vier Kilometer entfernten Töpingen, in dem auch Ulrike Telker und Jutta Micheel zu Hause sind, können den Kreis momentan nicht besuchen, denn das 140 Einwohner zählende Dorf liegt jenseits der Gemeindegrenze und gehört bereits zur Stadt Munster.

 

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Datum der letzten Aktualisierung: 06.09.2010