Ausgerechnet ein Taschenmesser?

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Ausgerechnet ein Taschenmesser?

Seinen Konfirmationsgottesdienst hat er erfolgreich hinter sich gebracht. Und nun sitzt er im Kreise seiner Gäste an dem festlich gedeckten Tisch und beschäftigt sich voller Eifer mit einem Taschenmesser, das ihm jemand zur Konfirmation geschenkt hat. "Wer ihm das wohl geschenkt hat?" frage ich in die Runde. "Ich war das", sagt mein Tischnachbar. Ich sehe ihn fragend an: "Warum ausgerechnet ein Taschenmesser zur Konfirmation?" Seine Antwort: "Früher durfte man nach der Konfirmation den ersten Schnaps trinken und die erste Zigarette rauchen, weil man ab da zu den Erwachsenen gehörte. Heute ist das nicht mehr so. Aber wenn man ein Taschenmesser besitzt, dann ist man auch kein Kind mehr, sondern schon ein junger Mann." Ich nicke anerkennend.


Inzwischen hat der junge Mann sein Messer voll entfaltet. Klinge, Schere, Flaschenöffner und noch vieles mehr. "Alles ist dabei", denke ich. Und dieser Gedanke sagt mir plötzlich, dass ein Taschenmesser gar kein schlechtes Geschenk zu einer Konfirmation ist, denn in ihr geht es um mehr als um das Erwachsenwerden. Es geht um den Glauben an Gott und an Jesus Christus. Und wenn ich diesen Glauben habe, dann habe ich tatsächlich alles dabei, was ich zum Leben brauche. Wenn das Taschenmesser seinen Besitzer daran erinnert, hat es noch eine wichtige Funktion mehr. Und doch wünsche ich ihm und damit auch uns allen, dass wir immer wieder direkt in unserem Leben merken, dass wir gut ausgerüstet sind, wenn wir den Glauben an Jesus Christus auf all unseren Wegen in uns tragen.

H. Wensch

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