Projektwoche im "Zeichen der Liebe" in Goce Delchev, Bulgarien

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Projektwoche im " Zeichen der Liebe " in Goce Delchev, Bulgarien

 

...dieses Mal ganz anders??!!
Zum zehnten Mal fand die Projektwoche im "Zeichen der Liebe" in Goce Delchev im Süden Bulgariens statt. Dieses Tagesförderzentrum und inzwischen auch Tagesförderstätte für Erwachsene Menschen mit Behinderung wurde 2007 mit Unterstützung der FeG (Bund freier evangelischen Gemeinden) errichtet. Inzwischen werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene gefördert.


Seit 10 Jahren leiten Mitarbeiter*innen der Lobetalarbeit einmal jährlich eine Projektwoche. Dieses sind Karin Mickoleit (Gärtnerei und Floristik) Hans- Joachim Jacobs (Psychomotorik und Sport) und Peter Schulze (Musik). Dazu kommt eine Kunsttherapeutin, Gabi Deckers, aus Aachen.
Durch die kontinuierliche Beratung und Begleitung sind inzwischen enge Verbindungen zu den motivierten, engagierten Mitarbeitern entstanden. Die Offenheit und Herzlichkeit ist jedes Mal wieder zu spüren; auf Fragen bekommen Lehrkräfte eine Antwort.
So gelingt es, den Referenten dort anzuknüpfen, wo sie im vergangenen Jahr aufgehört haben , um wieder neue Akzente zu setzen.
Die Verständigung läuft auf Englisch oder mit Dolmetschern. Für die Umsetzung ist die Sprache sekundär, denn Menschen in Lobetal oder "Zeichen der Liebe" ähneln sich sehr.


In diesem Jahr feierte die Einrichtung ihr 10jähriges Jubiläum ausnahmsweise im Kulturpalast mit einer großen Vorführung vor 200 Gästen. Das Thema war die "Schöpfung". Schon im Juni diesen Jahres begannen die verschiedenen Gruppen eigene Tänze einzustudieren, die die Jahreszeiten, Sonne und Mond illustrierten und aus vorigen Singspielen die "Raupe Nimmersatt", "Das Krokodil und der Elefant" und Auszüge aus dem Zirkus "Gocetelli" darstellten.

Die Eigeninitiative der Mitarbeiter*innen war beispielhaft und das Engagement nicht zu übertreffen, denn ALLE waren auf ihre Art und Weise beteiligt und begegneten sich auf Augenhöhe.
Das einstündige Konzert wurde dann noch mit einer Spende durch den Vorsitzenden der Auslandshilfe (FeG), einer großen Trommel, gekrönt. Diese soll pädagogisch und therapeutisch eingesetzt werden.


Was für ein Resümee lässt sich nach zehn Jahren ziehen?
Die Einrichtung ist "erwachsen" geworden. Weit über die Kreisgrenze hinaus wächst der Bekanntheitsgrad dieses Förderzentrums. Schulen, Kindergärten und Universitäten knüpfen Verbindungen zu "Zeichen der Liebe". Lehrkräfte werden eingeladen, um über Musik mit Menschen mit Behinderung zu referieren.
Die Erweiterung des Tagesförderzentrums in eine Tagesförderstätte gewährleistet nun erwachsene Menschen mit Behinderung einer Beschäftigung nachzugehen, so dass sich für Familien nicht mehr die Frage stellt: "Was wird später aus meinem Sohn/meiner Tochter?"


Wo liegt die Aufgabe der Referenten?
Zum einen sind es die Fähigkeiten der Mitarbeiter, weiter zu schulen. Herr Jacobs , zum Beispiel machte vor einigen Jahren eine Trampolin Fortbildung und in diesem Jahr eine Einführung in die Übung  mit dem "Lüneburger Stegel".

Karin Mickoleit schulte Mitarbeiterinnen in Tischdekoration und kümmerte sich um die Kostüme und die sämtlichen Vorbereitungen für die große Festveranstaltung. Mitarbeiter *innen bekamen Anregungen von den Referenten, damit ihre Interessen berücksichtigt und verwirklicht werden konnten .

Peter Schulze arbeitete in einem Morgenkreis mit Flöte und Stimme, studierte Lieder ein und erteilte Musiktherapie bei Kindern mit autistischen Verhaltensweisen. Gabi Deckers war für das Bühnenbild verantwortlich und brachte Mitarbeitern und Betreute Maltechniken bei.

Lange vor der Projektwoche fanden regelmäßige Skype Konferenzen statt, um trotz der schwierigen Kommunikation auf einer Ebene in Kontakt zu treten.

Peter Schulze ist das ganze Jahr mit der stellvertretenden Leitung, Radka Staminova, verbunden und berät sie in pädagogischen und fachlichen Fragen.


Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung besteht aus der ständigen Wiederholung. Erst wenn Mitarbeiter selber eine Technik verinnerlicht haben, kann diese an die Betreuten weitervermittelt werden. So sind die Fortbildungen in der Projektwoche keine Eintagsfliegen, sondern leben von der Kontinuität.

So konnten wir Lobetaler bei der brillanten Aufführung erkennen, wie eigentlich der Weg das Ziel ist.
Die Kinder haben gelernt, wie man in gebückter Haltung bei der "Raupe Nimmersatt" geht oder die Orffschen Instrumente beim "Krokodil und Elefanten" bedient. Mitarbeiter*innen suchten bei den Tänzern einfache Bewegungen aus, die alle mitmachen konnten. Bei der Tischdeko kam es auf die Details und Feinheiten an.


"Zeichen der Liebe" hätte wohl heute nicht diesen Stellenwert, ohne die unermüdliche Pionierarbeit von Renate und Johannes Pannen mit ihren Erfahrungen in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung und dem großen Engagement bei dem Bau und dem pädagogischen Konzept des Zentrums.

Die diesjährige Projektwoche ganz anders… ja… aber wie in jedem Jahr immer wieder Zeichen der Liebe erfahren und erlebt von Kindern , Kollegen, Mitarbeitern und unserem Schöpfer.

 

 

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