Gedenktag am 25.01.2020 in der Stadtkirche Celle

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Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus

Auf großes Interesse stieß eine gemeinsame Aktion der Lebenshilfe Celle, der Celler Lobetalarbeit, des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Celle sowie der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten. Rund 350 Gäste nahmen am Samstag, 25. Januar, an einem Gedenkgottesdienst in der Celler Stadtkirche teil, in dem die beteiligten Institutionen der Opfer des Nationalsozialismus, insbesondere der Menschen mit Behinderung, gedachten. Der Gottesdienst wurde von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam gestaltet. So beteiligten sich zum Beispiel Chöre der Lebenshilfe und der Lobetalarbeit an diesem Gottesdienst. „Wir sind nicht schuld an dem, was geschehen ist. Aber wir sind dafür verantwortlich, dass es nicht noch einmal geschieht. Schweigen ist keine Aufarbeitung“, formulierte es Pastorin Ulrike Drömann, theologischer Vorstand der Lobetalarbeit, in ihrer Predigt.


An einem Informationsstand vor der Kirche gab es die Möglichkeit, vertiefende Literatur zu erhalten und mit Vertretern der beteiligten Institutionen ins Gespräch zu kommen.


Die Idee zu diesem Aktions- und Gedenktag hatte der Geschäftsführer der Lebenshilfe Celle, Dr. Clemens M. Kasper: „Mit dieser Aktion sagen wir zu nazistischen Gräueltaten und rechtsradikaler Agitation, zu jeder Form von Diskriminierung, Ausgrenzung und Aussonderung: Nie wieder! Und möchten zugleich mit Menschen, die von uns Leistungen und Unterstützung erhalten und allen, die sie und uns bei ihrer Eingliederung begleiten, sagen: Wir lieben das Leben.“


Im Kontext des Gedenktages gab es weitere Veranstaltungen. So berichtete der Buchautor Andreas Babel über seine Recherchen zu Kinderschicksalen, insbesondere von Kindern mit Behinderung, in der NS-Zeit. „Kindermord im Krankenhaus“, lautete der Titel seines Vortrags. Am Montag, 27. Januar, ist die Leiterin der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg, Dr. Carola Rudnick, zu Gast in Celle. Ihr Vortrag befasst sich mit dem Thema „Den Opfern ein Gesicht, den Namen wiedergeben“ – Opfer der „Euthanasie“ und Rassenhygiene in der Region Celle.   


 

Wieder ab Dienstag, 28. Januar, und dann noch bis zum 31. Januar ist die Ausstellung „'Still, stumpf, beschäftigt mit Kartoffelschälen, verlegt.'  Frauen als Opfer der 'T4'" im Foyer des Neuen Rathauses in Celle zu sehen. Die Ausstellung wurde von der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg konzipiert.

Im Rahmen des Gedenktages und der Rahmenveranstaltungen wurde und kann weiterhin für das Projekt „Stolpersteine“ (www.stolpersteine.eu) gespendet werden. Bereits im April soll der erste „Stolperstein“ für einen Menschen mit Behinderung in Celle verlegt werden.

Markus Weyel

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