Aktuelles aus Lübtheen

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Endlich gibt es die Corona-Spritze

In Lobetal bei Lübtheen wurden gestern 220 meist ältere Menschen und Mitarbeiter der Pflegeeinrichtungen geimpft

Mayk Pohle
LÜBTHEEN Als es kurz nach 11 Uhr so weit war, sagte Werner Dreckmann sogar ein kleines Gedicht auf. Beschwingt und voller guter Laune hielt der 91-Jährige aus dem Ortsteil Garlitz seinen Arm hin, um die Corona-Impfung zu erhalten. So wie ihm erging es gestern vielen in Lobetal, der lang ersehnte Impftag war da. Die aufgeräumte, ja optimistische Stimmung war bei Mitarbeitern und Gästen überall zu spüren. Endlich ging es los. Bis zum späten Nachmittag waren dann 220 Pflegebedürftige, Gäste und auch Mitarbeiter mit der ersten Impfdosis versorgt. Es hätte aber auch ganz anders ausgehen können. Denn erst am Dienstag hatte das Virus in der Tagespflegeeinrichtung von Lobetal in Hagenow zugeschlagen.
Die obligatorischen Schnelltests, die Besucher, Mitarbeiter und Gäste über sich ergehen lassen müssen, haben Lobetal vor Schlimmeren bewahrt. Stunden vor der Impfaktion wurde der kleine Ausbruch in der Hagenower Einrichtung festgestellt. Eigentlich sollten alle Mitarbeiter und die Gäste am Mittwoch in Lobetal geimpft werden. „Wir haben wirklich Glück gehabt, das hätte auch anders ausgehen können“, war Lobetal-Geschäftsführer Norbert Zobel erleichtert. Auch er beschrieb die Erleichterung bei vielen, dass es nun endlich losging. Die Impfquote unter den Mitarbeitern kann sich dabei mehr als sehen lassen. Zobel schätzte sie auf gut 60 Prozent, einige hätten sich auch noch kurzfristig entschlossen, an der Impfung teilzunehmen. Und auch nach Abschluss der Aktion am Nachmittag gab es weitere Hinweise von Mitarbeitern, die bei der nächsten Impfung dabei sein wollen.
Man müsse werben, überzeugen, das sei ein Prozess. Es bleibe eine ganz persönliche Entscheidung, ob man sich vor den Symptomen schützen wolle oder nicht. „Mein Eindruck aus Mitarbeitergesprächen und mit Personen die noch abwarten ist, das bei diesen Kollegen eher ein diffuses Gefühl von Unsicherheit vorherrscht denn ein konkreter Grund.“ Bei den Pflegebedürftigten und Gästen von Lobetal lag die gestrige Impfquote fast bei 90 Prozent. Nur wenige lehnten ab.
Pünktlich um 9 Uhr hatte die Impfaktion in Lobetal begonnen, sie wurde mit großer Disziplin beim Impfteam aber auch den Lobetalern absolviert. Auch für die so genannten Restdosen gab es einen Plan, wie DRK-Teamleiter Falk Krüger berichtete. Es seien Listen vorbereitet worden, um beispielsweise Mitarbeiter von Rettungsdiensten mit den Impfungen zu versorgen.
In vier Wochen kommt das Impfteam wieder, und in Lobetal herrscht jetzt die Gewissheit, dass der am Mittwoch empfangene Impfschutz ein Stück Sicherheit gebracht hat. Leichtsinnig will jedoch niemand werden, die strengen Regeln gelten weiter. Dafür gab es in ganz Lübtheen in den vergangenen Tagen einfach zu viele Infektionen.

(Quelle: Schweriner Volkszeitung)

 

Impf-Team bald in Lobetal

In der Lübtheener Einrichtung soll am 13. Januar 2021 die große Impfung starten

LÜBTHEEN -  In der Einrichtung von Lobetal wird das Impfteam des Landkreises nach jetzigen Planungen am 13. Januar anrücken, teilte die Einrichtung mit. Auf der Liste der Impfwilligen stehen aktuell 245 Personen. Gerade unter den älteren Bewohnern ist die Bereitschaft, sich gegen das Virus impfen zu lassen, besonders hoch. Wie konkret die Gefahr ist, sich anzustecken, zeigt der Ausbruch im benachbarten DRK-Altenheim in Lübtheen, wo bereits am Dienstag die Infektion von 14 Bewohner und 5 Mitarbeitern gemeldet wurde.
Bevor das Impfteam jedoch kommen kann, war einiges an Vorarbeiten nötig. Vor allem müssen bei den Gästen und Bewohnern die Einverständniserklärungen für die Impfung vorliegen, das mobile Team muss die Zahl der Impfungen im Vorhinein möglichst genau planen. Bei nicht wenigen älteren Menschen in Lobetal müssen die als Vormund eingesetzten Verwandten oder andere Personen gefragt werden. Das ist sogar bei der Mehrheit der Betroffenen der Fall. Zuvor muss bei allen Impfkandidaten einiges an Aufklärungsarbeit geleistet werden. Dazu kommen die räumlichen Voraussetzungen, hier ist Lobetal aber gut ausgestattet. Das ist bereits geleistet worden, so dass die Impfungen möglichst schnell und reibungslos über die Bühne gehen können.
Geschäftsführer Norbert Zobel schätzt, dass die Impfbereitschaft bei Gästen und Bewohnern jenseits der 80 Prozent liegt, bei den Mitarbeitern seien es verhaltene 60 Prozent. Zobel selbst sieht das persönlich anders, er würde sich sofort impfen lassen. Er sei sich aber sehr sicher, dass auch bei den Mitarbeitern die Zahl der Skeptiker mit zunehmender Dauer der Impfaktion deutlich sinken werde. „Wir werden versuchen, alle unsere Menschen an einem Tag durchzuimpfen, um schnell den besten Impfschutz zu erreichen.“ mayk

(Quelle: Schweriner Volkszeitung)

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